Wie handelt man Seitwärtsmärkte im DAX mit Indikatoren richtig

Seitwärtsmärkte sind besonders für Trendtrader eine gefährliche Marktphase, da sie oftmals nicht ausreichend in Seminaren behandelt werden – jeder will immer auf der großen Welle mitschwimmen, um zu erzählen, wie viele Punkte er gemacht hat. Leider geht dies jedoch nicht immer, da die Bedingungen phasenweise nicht vorhanden sind. Ähnlich wie beim Surfen muss auch beim Traden der Händler auf die nächste Gelegenheit warten. Die Zeiten zwischen den Wellen sind Flauten, in denen jede Form der Anstrengung sinnloser Aktionismus ist.

Daher ist es wichtig, in solchen Phasen die aggressiven Trendstrategien ruhen zu lassen und sich zwischen den Hochs und Tiefs der Seitwärtsphase treiben zu lassen.

Nachfolgend haben wir ein Beispiel vorbereitet, wie man diesen Handel mit Indikatoren umsetzen kann.

Bollinger Bänder – Die Ober- und Unterseite der Bänder als Range handeln

In Seitwärtsphasen laufen gleitende Durchschnitte zumeist mit leichten Ausschlägen nach oben und unten seitwärts, bzw. horizontal. Dadurch entstehen mehr oder weniger parallel verlaufende Bollinger-Bänder, die abhängig von der Schwankungsbreite des Marktes weiter oder weniger weit voneinander entfernt sind.

Wieso ist das so – Wie funktionieren die Bollinger Bänder?

Bollinger Bänder berechnen eine Art Konfidenzintervall Diese werden in der Statistik verwendet, um einen Bereich darzustellen, in dem die Wahrscheinlichkeit, dass sich Punkte oder in unserem Fall Preise darin befinden, einen bestimmten Wert erreicht. In der Wirtschaftswissenschaft wird angenommen, dass der Markt einer Normalverteilung folgt. Für diese gelten die folgenden Daumenregeln:

  • +/- 1 Standardabweichung enthält 68% aller Punkte, beziehungsweise Preise
  • +/- 2 Standardabweichungen enthält 95% aller Punkte, beziehungsweise Preise
  • +/- 3 Standardabweichungen enthält 99% aller Punkte, beziehungsweise Preise

Beim Einstellen des Indikators werden genau diese Standardabweichungen auf einen vom Trader wählbaren Wert gesetzt

Wie kann ich die Bollinger Bänder einsetzen?

Läuft der Markt in der Seitwärtsphase das obere Bollinger Band an, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis nicht wesentlich weiter steigen wird, relativ groß und man kann auf Reaktionen des Marktes achten, die auf eine Umkehr der Preisbewegung deuten lassen. Dies können Kerzen-Signale oder aber auch eine Seitwärtsphase in den kleineren Zeiteinheiten sein, die Unsicherheit signalisieren.

Wie auch in den vorangegangenen Fällen haben wir hier ein Beispiel im DAX erstellt:

Im Bild ist die oben beschriebene Situation recht gut zu erkennen. Nachdem der Markt beginnt, sich seitwärts zu bewegen, verlaufen die Bollinger Bänder annährend paralell (im Chart durch die obere und untere rote Linie zu erkennen). Sobald der Markt in dieser Seitwärtsphase eins der beiden Bänder erreicht und überschreitet, markiert dies einen möglichen relativen Wendepunkt und bietet Kauf- bzw. Verkaufsoptionen. Diese sind im Chart gelb markiert. Nachdem der Makrt rechts im Chart eine starke Bewegung beginnt und sein letztes Hoch durchbricht, ist die Seitwärtsbewegung aufgelöst und es werden keine weiteren Signale mehr anhand der Bollinnger Bänder identifiziert.

Mehr zur Berrechnung und der Funktionsweise von Bollingerbändern kann bei InsideTrading nachgelesen werden.